Grönland
Das Ziel
Windenergie
Die Reise
Gefahren & Probleme
Training & Planung
Tagebuch
Geschichte
Bildergalerie
Training & Planung
Eine Überquerung des grönländischen Inlandeises stellt sehr hohe Anforderungen an die physische und psychische Belastbarkeit der Eiswanderer. Die große Distanz der Strecke von 750 km und die lange Zeitdauer der Expedition von bis zu 40 Tagen, erfordert eine solide Kondition und mentale Stärke. Die bis zu 100 kg schweren Pulka-Schlitten bei Kälte und Sturm durch eine endlos erscheinende weiße Weite zu ziehen, ist nur nach einem speziellen Training realisierbar. Zudem bedarf die Komplexität einer Expedition in die Arktis größter Aufmerksamkeit in allen Bereichen der Planungsphase, da schon eine kleinste Unachtsamkeit im Vorfeld der eigentlichen Skitour negative Auswirkungen auf das gesamte Projekt haben kann.

Konditionstraining
Ausdauer und Kraft sind die Basis, um die schweren Pulka-Schlitten über die Distanz und die Zeitdauer der Expedition von Ost nach West über das Inlandeis Grönlands zu ziehen. Hinzu kommt das Parawing-Segeln, welches den Körper unter den örtlichen Bedingungen (rauer Schnee, zerrende Pulka) ebenfalls stark belastet. Ein variationsreiches Training über einen Zeitraum von mehreren Monaten ist wichtig, um möglichst alle Muskelgruppen zu stärken, da so einer Übermüdung einzelner Bereiche während der Expedition mehr entgegen gesetzt werden kann. Laufen und Radfahren bildet die Grundlage des Ausdauertrainings. Dabei stehen Länge und Häufigkeit der Trainingseinheiten im Vordergrund. Schnelligkeit ist bei einer Grönland Transversale weniger erforderlich. Essenziell ist hingegen die spezifische Vorbereitung auf die speziellen Anforderungen des Pulkaziehens. Um die Belastung auf die Rückenmuskulatur zu simulieren und diese, sowie den Schultergürtel, zu stärken, ziehen die drei Skiwanderer unter Stockeinsatz Autoreifen durch den Wald. Der Bewegungsablauf ist mit dem späteren Einsatz vergleichbar und die auf dem Boden schleifenden Reifen entsprechen einem schweren Pulka-Schlitten. Mit dieser Methode wird die erforderliche Kraft und Ausdauer optimal den Anforderungen während der Expedition entsprechend trainiert.

Mentaltraining
Neben der Kondition wird auch die Psyche einer starken Belastung ausgesetzt. Zu dritt in einem kleinen Zelt bei Schneesturm und eisigen Temperaturen wie verloren im ewigen Eis zu sitzen, ist eine Erfahrung, mit der sich das Team schon vor dem Start beschäftigt. Die Frage „Was ist wenn?“ wird diskutiert, damit auf alle diese Fragevariationen und eventuell auftretende Probleme Antworten und Reaktionen vorhanden sind, die nicht erst vor Ort gefunden werden müssen. Die geistige Auseinandersetzung mit der Herausforderung, den Zielen, den zu erwartenden Schwierigkeiten, dem Wetter, der Einsamkeit, der Anstrengung ist vorab unverzichtbar. Die Tage auf dem Inlandeis schon vorher zu visualisieren, führt zu einer stärkeren Identifikation mit den Umständen vor Ort und zu einer umfangreicheren Möglichkeit des Agierens anstelle des Reagierens. Neben der Recherche und Auswertung anderer Grönland- und Arktisexpeditionen, ist vor allem der eigene Erfahrungsschatz von früheren Touren Grundlage einer soliden mentalen Vorbereitung.

Parawingtraining
Um mit den Parawings die Kraft des Windes effizient zu nutzen und so die Zeitdauer der Grönland Transversale zu verkürzen, ist ein geübter Umgang damit erforderlich. Neben Trockenübungen auf der grünen Wiese, hat sich das Team im Februar unter realen Bedingungen in Norwegen auf der Harndangervidda letztmalig vor dem Aufbruch nach Grönland von den Parawings über den Schnee ziehen lassen, um sich mit dem Umgang der Segel endgültig vertraut zu machen.
>> Windenergie

Trainingstouren
I
m Februar 2005, wie auch 2006, war das Team auf der Hardangervidda in Norwegen unterwegs, um gemeinsame Erfahrungen zu sammeln. Auf dieser schneereichen, kalten und windigen Hochebene trainierten auch schon die Polarfahrer Nansen und Amundsen für ihre Expeditionen. Die dortigen Bedingungen, die oftmals denen auf dem grönländischen Inlandeis ähneln, ermöglichen die notwendigen Tests der Ausrüstung, das Leben bei Kälte und Sturm zu trainieren, sowie die Tagesabläufe zu verinnerlichen. Letztendlich werden dort alle Arten von Schwächen aufgedeckt, die später während der eigentlichen Expedition auf Grönland nicht mehr vorkommen dürfen. Beim Menschen wie auch beim Material.
>> Tagebuch

Organisation
Neben dem konditionellen Training und der Auseinandersetzung mit den zu erwartenden Bedingungen, sind viele weitere Punkte zu besprechen, zu planen und zu organisieren, die alle zum Erfolg beitragen. Die Teammitglieder haben unterschiedliche Aufgabenbereiche, um die persönlichen Erfahrungen und Kenntnisse individuell einbringen zu können. Daneben sind ein ständiger Email-Austausch, sowie regelmäßige Teamtreffen Voraussetzung, um eine effektive Organisation der Expedition zu gewährleisten. So wurden u.a. Wetterdaten entlang der Route und Klimadaten aus der Arktis recherchiert und bewertet, da z.B. die Windstärken vor Ort für die Auswahl der Größe der Parawings verantwortlich sind. Zudem musste die komplizierte Fluglogistik samt Transport der mehreren hundert Kilo Gepäck festgelegt werden. Es galt die Kosten zu analysieren und Partner zu finden, welche die Expedition unterstützen. Die Ausrüstung musste genau den Anforderungen entsprechend ausgesucht und Spezialanfertigungen in die Wege geleitet werden. Schon die Vorbereitung gestaltet sich wie eine eigene Expedition.
>> Team

Genehmigung
Eine Überquerung des grönländischen Inlandeises bedarf einer Genehmigung, die vom Danish Polar Center in Kopenhagen ausgestellt wird. Darin muss detailliert das Projekt dargestellt werden, mit ausführlichen Angaben zum Team, der Route, dem Zeitraum und der Ausrüstung. Bestandteil der Genehmigung ist ebenfalls die Mitnahme eines Notsenders, sowie der Abschluss einer Versicherung, die eventuelle Bergungskosten abdeckt.

Öffentlichkeitsarbeit
Die Grönland Transversale 2006, die sich neben der Überquerung des Inlandeises zum Ziel gesetzt hat, auf die dramatische Erwärmung der Arktis und die Effizienz von Windenergie als alternative Energiequelle hinzuweisen, ist auch ein Medienereignis. Nicht nur auf diesen Seiten wird die Expedition ausführlich vorgestellt. Auch in Zeitschriften, Magazinen, weiteren Internetportalen, dem Radio und Fernsehen wird über die Grönland Transversale 2006 berichtet. Dies ist ein wichtiger Bestandteil des gesamten Projektes, da nur auf diesem Wege die Ambitionen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.
>> Wort & Bild

<< zurück