Grönland
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Gefahren & Probleme
Eine Grönland Transversale birgt zahlreiche Gefahren und Probleme, denen man mit sorgfältigster Vorbereitung, der besten Ausrüstung und viel Wissen und Erfahrung begegnen muss. Nur so lässt sich eine Expedition sicher gestalten und die Risiken werden kalkulierbar.

Kälte
Die Temperaturen, mit denen es die Expedition auf dem grönländischen Inlandeis zu tun haben wird, liegen im April im Durchschnitt bei –24°C. Selbst im Mai steigen die Temperaturen nicht über den Gefrierpunkt. Im Juni muss jedoch auch mit Regen gerechnet werden. Die kältesten Temperaturen werden bei eisigen –40°C liegen. Unter solchen Bedingungen kann es bereits innerhalb von Minuten zu Erfrierungen von ungeschützten Hautstellen kommen. Metall darf auf keinen Fall mit bloßen Händen berührt werden und manche Kunststoffe brechen wie Glas. Zum Schutz vor diesen arktischen Temperaturen wird das Expeditionsteam hochwertige Fleece-, WINDSTOPPER Softshell- und Daunenbekleidung von Haglöfs, sowie speziell angefertigte Skistiefel von Scarpa tragen. Die Nächte verbringen die Eiswanderer in warmen Kunstfaserschlafsäcken von Haglöfs.
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Wind
Das grönländische Inlandeis ist für seine extremen Stürme bekannt. Windstille Tage sind selten und häufig erreichen Stürme Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h. Dabei verstärkt der Wind die ohnehin schon niedrigen Temperaturen immens (Wind-Chill-Effekt). Werden –20°C bei Windstille als vergleichsweise erträglich empfunden, so verwandelt sich diese Temperatur schon bei einer Windgeschwindigkeit von nur 50 km/h auf dann empfundene eisigkalte –48°C. Bei noch tieferen Temperaturen (-35°C) und starkem Sturm (70 km/h) werden schnell lebensbedrohliche –75°C erreicht. Der ungeschützten Haut drohen bei solchen Temperaturen Erfrierungen innerhalb von 30 Sekunden. Vor allem in Küstennähe können zudem extreme Fallwinde wie der Piteraq vorkommen, der Spitzengeschwindigkeiten von über 250 km/h erreichen kann. Unter solchen Bedingungen können selbst Häuser weggeweht werden. Obwohl der Wind als Antrieb für die Parawings und so für den Erfolg der Transversale mit entscheidend ist, muss sich das Team in diesen Fällen besonders vor Auskühlung und Erfrierungen schützen. Dazu ist die winddichte Bekleidung von Haglöfs mit GORE-TEX und WINDSTOPPER Membranen ideal geeignet. Aber auch das einzige Zelt der Expedition muss besonderen Beanspruchungen standhalten, da es den wichtigsten Zufluchtsort darstellt. Daher fiel die Wahl sehr schnell auf das Modell Keron der schwedischen Firma Hilleberg.
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Eisbären
Der Eisbär ist das größte Landraubtier der Erde und erreicht weltweit seine höchsten Dichten unter anderem an der grönländischen Ostküste. Er ernährt sich vor allem von Robben, die er auf dem Packeis jagt. Immer wieder kommt es jedoch zu Zwischenfällen, bei denen Menschen von hungrigen Eisbären angegriffen und verletzt oder sogar getötet werden. Obwohl die Wahrscheinlichkeit nicht sehr hoch ist, muss das Team der Grönland Transversale 2006 vor allem in der Anfangsphase der Expedition an der Ostküste mit Eisbär-Begegnungen rechnen. Doch auch auf dem Inlandeis kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Kontakten zwischen Menschen und Eisbären. Für den Fall der Fälle führt das Team daher abschreckende Blitz-Knall-Patronen, sowie für die absolute Notwehr ein Gewehr der Firma Sauer mit, um die Eisbären möglichst zu vertreiben oder aber sich auch endgültig schützen zu können.
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Gletscherspalten
Beim Aufstieg an der Ostküste, sowie in der Abstiegszone an der Westküste, wird das Inlandeis aufgrund der Topographie und der Fließbewegung des Eises von Gletscherspalten durchzogen. Solange diese offen und sichtbar sind, kann das Team sie in sicherem Abstand umgehen. Häufig sind Gletscherspalten jedoch mit einer trügerischen Schneeschicht bedeckt und dann nur schwer auszumachen. In solchen Fällen kann es dazu kommen durch diese dünne Schicht einzubrechen und in die Spalte zu fallen. Diese Stürze können je nach der Dimension der Spalte lebensgefährlich sein. In den Spaltenzonen werden sich die Expeditionsmitglieder daher mit Seilen gesichert fortbewegen, um sich im Fall eines Spaltensturzes gegenseitig retten zu können. Außerdem wurde versucht, mit dem Zeitraum der Transversale im Frühjahr eine Jahreszeit zu wählen, bei der feste und tragfähige Schneebrücken über den Spalten noch häufig vorkommen, die beim Abstieg an der Westküste gegen Ende Juni jedoch schon vom Schmelzwasser weggespühlt sein könnten.
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Verletzungen
Außer bei Stürzen in Gletscherspalten kann es auch im weiteren Verlauf der Expedition immer wieder zu Verletzungen kommen. Vor allem das schnelle Segeln über unebenes Gelände birgt die Gefahr von weiteren Stürzen mit den entsprechenden Folgen für Knochen und Gelenke. Daneben sind aufgrund der Kälte Erfrierungen und beim Umgang mit dem Benzinkocher Verbrennungen möglich. Die starke Belastung durch das Schlittenziehen kann zu Sehnenscheidenentzündungen führen. Zudem ist das oftmals grelle Sonnenlicht eine weitere Gefahr, die leicht zu schmerzhafter Schneeblindheit führen kann. Der beste Schutz vor Verletzungen im Verlauf der Expedition ist eine sehr gute körperliche Verfassung, die sich die Teammitglieder schon im Vorfeld durch ein umfangreiches, auf die Anforderungen der Expedition abgestimmtes, Trainingsprogramm aneignen. Daneben ist eine erstklassige Ausrüstung nötig, die Sicherheitsreserven auch in Extremsituationen gewährleistet. Dazu gehören auch ein Notsender und ein Satellitentelefon, mit denen im äußersten Fall Kontakt zur Außenwelt aufgenommen werden kann.
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Foto: Olivier Gilg