Ausrüstungsliste
Ausrüstung
Die richtige Ausrüstung ist bei einer Grönland Transversale von sehr großer Bedeutung, um eine derartige Expedition sicher und erfolgreich absolvieren zu können. Die extremen klimatischen Verhältnisse, die hohe Belastung über einen langen Zeitraum, sowie der oftmals rigorose Umgang mit der Ausrüstung, erfordert eine genaue Auswahl der Produkte. Das Beste ist gerade gut genug. Jedes noch so kleine Teil muss den Anforderungen gewachsen sein, die schnell und oft über den Normalgebrauch hinausgehen. Ein schwaches Glied darf es in der Kette nicht geben. Es erfordert langjährige Tourenerfahrung unter vergleichbaren Bedingungen, um eine verlässliche Auswahl der Ausrüstung treffen zu können.

Bekleidung
Die Bekleidung muss Schutz vor niedrigen Temperaturen und starkem Wind bieten, der auch „mäßige“ -15 °C schnell in lebensbedrohliche -50°C verwandeln kann (Wind-Chill-Faktor). Besonderen Schutz benötigen die Extremitäten und der Kopf, da diese Körperstellen zum einen stark durchblutet werden und darüber sehr viel Wärme verloren geht und zum anderen dem Wetter besonders ausgesetzt sind. Hände, Füße und die Gesichtspartien sind daher besonders anfällig für Erfrierungen.

Um diesen Anforderungen zu begegnen ist die Bekleidung bei der Grönland Transversale 2006 nach dem Schichtenprinzip aufgebaut: Direkt am Körper tragen die drei Eiswanderer Funktionsunterwäsche von Haglöfs aus Actives Material, einer Kombination aus Polyester und leichtem Powerstretch. Als effektiver Schutz gegen den Wind haben sich direkt darüber Jacken und Hosen aus WINDSTOPPER Softshell von Gore besonders bewährt. Die Sharkfin Hosen und Jacken von Haglöfs sind absolut winddicht, jedoch ebenfalls dampfdurchlässig, wie alle anderen Bekleidungslagen auch. Bei besonders großer Anstrengung lassen sie sich außerdem über Reißverschlussöffnungen belüften, um zu starkem Schwitzen zu entgehen, was bei Wintertouren vermieden werden sollte, damit die Bekleidung nicht durchfeuchtet und nachher nur schwer wieder zu trocknen ist. Für besonders extreme Bedingungen mit schwerem Sturm, Schnee und Regen steckt außerdem absolut wasserdichte und trotzdem atmungsaktive GORE-TEX Bekleidung in den Pulkas. Das Helium Jacket und die Proton Pants von Haglöfs bieten ein Gemisch aus robustem 3-Lagen XCR und leichtem Paclite Material. Während den Pausen und im Lager bieten ultrawarme Daunenjacken und kunstfasergefüllte Hosen von Haglöfs zusätzlichen Schutz.

Die besonders empfindlichen Körperpartien schützen die Expeditionäre mit diversen Mützen, Sturmhauben und Handschuhen aus Gore WINDSTOPPER von Haglöfs. An den Füßen sorgen Socken von Ullfrotté für den nötigen Wärmerückhalt. Zwischen einer dünnen und einer dicken Socke, wird eine zusätzliche absolut wasserdichte VBL-Socke (Vapor Barrier Liner) getragen, um die darüber liegenden Isolationsschichten trocken zu halten.

So bleiben auch die Schuhe trocken und dadurch flexibel, was auf langen Skiexpeditionen große Bedeutung hat und auch Erfrierungen an den Füßen vorbeugt. Die Skischuhe müssen enormen Belastungen standhalten, gleichzeitig stabil und bequem sein. Ein idealer Skistiefel ist schwer zu finden. Schließlich konnte Scarpa dafür begeistert werden, extra für diese Expedition, den ultrawarmen Hochgebirgsstiefel „Phantom 8000“ zu einem idealen Skistiefel für Polarreisen mit klassischen Telemarkbindungen umzubauen. Das Ergebnis der kompetenten Entwickler hat sich schon während der letzten Trainingstour auf der Hardangervidda in Norwegen bewährt.

Lager
Ohne ein absolut zuverlässiges Zelt ist das Überleben auf dem grönländischen Inlandeis kaum möglich. Es muss den stärksten Stürmen standhalten und gleichzeitig leicht und geräumig sein. Im Notfall muss eine Person es alleine aufbauen können. Im Gegensatz zu manchen Diskussionen um die richtige Ausrüstung fiel die Entscheidung für das Zeltmodell sehr leicht: Das Tunnelzelt Keron 4 GT von Hilleberg hat sich auf unzähligen Expeditionen bewährt und auch das Team verlässt sich seit Jahren auf die bewährte Qualität der Hillebergzelte.

In der Nacht sorgen dicke Kunstfaserschlafsäcke von Haglöfs für Wärme. Damit die Füllung trocken bleibt, wird wie bei den Socken ein wasserdichter Innenschlafsack verwendet, der verhindert, dass kondensierende Körperfeuchtigkeit im Schlafsack gefriert und die Wärmeleistung herabsetzt.

Küche
Die einzige Wärmequelle auf dem Inlandeis sind die beiden Omnifuel Benzinkocher von Primus. Mit ihnen wird Schnee zu Trinkwasser geschmolzen und die beiden warmen Mahlzeiten am Tag zubereitet. Absolute Zuverlässigkeit auch bei niedrigen Temperaturen und sparsamer Verbrauch sind Ausschlag gebende Argumente für die Wahl des Brennstoffs und der Kocher. Damit die warmen Getränke tagsüber nicht einfrieren und schön heiß bleiben, hat jeder zwei Isolierkannen von Primus im Gepäck.

Transport & Fortbewegung
Das gesamte Gepäck für 40 Tage auf dem Inlandeis werden die Skiwanderer aus eigener Kraft transportieren. Etwa 120 Kg Lebensmittel, 25 Liter Benzin, warme Bekleidung und jede Menge notwendiger Technik summieren sich zu einem Gesamtgewicht von etwa 100 Kg pro Person. Ohne die großen Expeditionsschlitten von Acapulka mit 210 cm Länge, wäre eine derartige Gepäckmenge nicht zu transportieren.

Bei den Ski kommt das bewährte Back-Country Modell E99 Crown von Fischer zum Einsatz, worauf die Chili Telemarkbindung von Rottefella montiert ist. Versehen mit Haftfellen von colltex, bieten die Ski auch bei steilen Anstiegen und mit den schweren Schlitten genügend Halt. Zum Parawing-Segeln können die Felle abgenommen werden, damit die uneingeschränkten Gleiteigenschaften der Ski genutzt werden können.

Von den Beringer-Parawings erwartet sich das Team viel Unterstützung, sobald der Wind mit der nötigen Stärke aus der richtigen Richtung weht. Nach den Tests in Norwegen fiel der Entschluss, pro Person eine Schirmgröße von 16 qm mitzunehmen, die bei Bedarf gerefft werden kann.

Navigation
In der Weite des Inlandeises fehlen Fixpunkte, an denen man sich orientieren kann, um die Richtung zu halten. Karte und Kompass sind daher ständig im Einsatz, sie müssen jedoch durch ein GPS ergänzt werden, womit regelmäßig die Position erfasst und gegebenenfalls die Marschrichtung korrigiert werden kann. Um auch bei niedrigen Temperaturen jederzeit verlässliche Positionsbestimmungen zu bekommen, finden GPS-Geräte und Kompasse von Silva bei der Expedition Verwendung. Zudem trägt jeder eine Uhr mit Höhenmesser und Barometer von Polar am Handgelenk.

Kommunikation
Waren die ersten Entdecker auf dem grönländischen Inlandeis noch wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten und in allen Situationen auf sich gestellt, ermöglicht es die moderne Kommunikationstechnik heute jederzeit mit der Außenwelt in Verbindung zu treten. Aus Sicherheitsgründen sind Expeditionen auf dem Inlandeis verpflichtet ein Satellitennotrufgerät mitzuführen, mit dem im Notfall eine Rettung eingeleitet werden kann. Außerdem verfügen die modernen Abenteurer über ein Satellitentelefon des Kommunikationsexperten Riedel Communications, mit dem jederzeit und an jedem Ort Telefonate oder auch Datentransfer via Notebook möglich sind. Für die Kommunikation innerhalb des Teams an langen Segeltagen stecken ebenso kleine Handfunkgeräte von Motorola im Gepäck. Das Tagebuch auf dieser Expeditionshomepage wird direkt vom grönländischen Inlandeis mit einem auch unter extremen Bedingungen funktionierenden Toughbook von Panasonic bearbeitet.

Sicherheit
Das Beste ist gerade gut genug, wenn es um die sicherheitsrelevante Ausrüstung einer Grönlandexpedition geht. Sicherheitsrelevant ist dabei eigentlich fast alles, von den Schuhen über die Bekleidung bis zum Schlafsack und Zelt. Auch die verlässliche Kommunikation mit der Außenwelt ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor.

Ein Teil der Ausrüstung ist darüber hinaus nur zu dem Zweck da, um Schutz vor Gefahren und zusätzliche Sicherheit zu gewährleisten. Dazu gehören Leuchtkugeln und ein Jagdgewehr von Sauer und Sohn , welches im äußersten Notfall zur Abwehr hungriger Eisbären eingesetzt werden kann. Ein umfangreiches Erste-Hilfe Paket und Reperaturkit ist essenziell. Wie auch bei einer Inlandeisüberquerung eine komplette Gletscherausrüstung mit Seil, Eispickel und Steigeisen nicht fehlen darf, um die Gletscherbrüche in den Randzonen des Plateaus sicher überwinden zu können.

Foto & Film
Die Grönland Transversale 2006 wird aufwendig dokumentiert, um möglichst viele Menschen an den Erlebnissen teilnehmen zu lassen, was einen wichtigen Teil der Philosophie der Expedition darstellt. Dazu ist hochwertiges Bild- und Filmmaterial eine Voraussetzung, weshalb sich auch die professionelle mitgeführte Foto- und Filmausrüstung entsprechend umfangreich gestaltet.

Diverse digitale Spiegelreflex- und Kompaktkameras von Nikon und Canon kommen zum Einsatz. Versehen mit Objektiven vom extremen Weitwinkel bis zum Tele. Gespeichert werden die Bilddaten auf Sandisk Extreme Karten und zur Sicherheit ebenfalls auf einem PD70X Datenspeicher von SalientTrade. Filmbeiträge für das Fernsehen werden mit einer fernsehtauglichen 3CCD MiniDV Kamera von Panasonic erstellt.

Alle elektronischen Geräte werden mit hochwertigen Batterien betrieben oder über ein Solar Panel von Riedel Communications aufgeladen.

Verpflegung
Die Verpflegung bei einer 40 Tage dauernden und anstrengenden Expedition muss gleichzeitig nahrhaft, von geringem Gewicht und einfach in der Zubereitung sein. Letztendlich erfüllen nur die speziellen gefriergetrockneten Trekking-Mahlzeiten all diese Kriterien. Sie bieten ein ausgewogenes Verhältnis von Energiezufuhr, Geschmack und Praxistauglichkeit unter den besonderen Kochbedingungen.

Der Tag beginnt mit einem energiereichen Frühstück aus Peronin, einem kalorienreichen und in warmem Wasser löslichen Nahrungspulver, welches den Körper nur gering belastet und speziel für Arktisexpeditionen entwickelt wurde. Über den Tag verteilt gibt es bei regelmäßigen Pausen Powerbars, diverse weitere Riegel, Schokolade, Brotchips und Nüsse. Beef Jerkey, mageres Trockenfleisch, ist eine zusätzliche Delikatesse. Zudem gibt es 2 Liter warme Getränke pro Person. Die abendliche Trekking-Mahlzeit als Hauptgericht wird mit Pemmikan, einer sehr fetthaltigen Nahrung angereichert, die zusätzlich dafür sorgt, die leeren Depots im Körper wieder aufzufüllen. An guten Tagen gibt es zum Nachtisch Mousse au Chocolat als Highlight.

Eine komplette Zusammenstellung der Ausrüstung finden Sie in der Ausrüstungsliste.